LYRIK

 

Zurück in die Versteinerung

 

 Seit deinem Abschied

 brennt die Kerzenstimme

 unentwegt im Fenster.

 Gewissheit gab

 der Flamme Nahrung,

 dass du eines Tages kommst

 und an die schwere

 Steintür pochst.

 

Die alte Frau,

 erkennst du sie?

 Erzähle ihr dein Leben,

 während sie die

 Kerze löscht,

 die deinen Namen rief.

 

Das ist dein Zurück,

 leg ab dein Fleisch

 wie einen Mantel

 und sei willkommen,

 du bist kein Fremder.

 

 Deine Mutter,

 der runzlige graue Stein,

 hat dich wieder.

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Eukalyptusnacht

 

 Nach dieser Eukalyptusnacht

 unter südlichem Himmel,

 noch eine letzte Achterbahnfahrt

 zu den Sternen

 und zurück,

 knöcheltief stehn wir im Glück,

 und höre nur,

 die Zeit steht still.

 

 Frühe Julisonne

 kommt auf Zehenspitzen

 und schüttet Licht

 vor unsere Füße.

 

Untrennbar

 sind unsere beiden Körper

 haut- und leibverschweißt,

 vereint im zweigeteilten Traum,

 gehört dein Arm

 zugleich auch mir,

 

In deinem atemschweren Mund

 spiegeln sich meine Worte.

 und werfen Schatten.

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 Mit der nächsten Welle

 

 Man hat uns gesagt,

 dies hier sei die Stelle,

 man hat uns gesagt,

 mit der nächsten Welle

 kommt das Boot,

 das uns alle rettet vor´m Ertrinken,

 und wir sah´n die Sonne

 aufgehn und wieder versinken.

 

 

 Hundertmal oder mehr,

 ungezählte Wochen,

 uns wurde das Blaue

 vom Himmel versprochen,

 dass man uns holt,

 uns alle oder keinen,

 wir sind schon seit

 ewiger Zeit auf den Beinen

 und warten, warten

 auf den großen Regen,

 auf irgendein Zeichen

 oder einen Segen,

 man hat uns in Treu

 und Glauben erzogen,

 und nun warten wir hier

 auf den Regenbogen.

 

Man hat uns gesagt,

 dies hier sei die Stelle,

 man hat uns gesagt,

 mit der nächsten Welle

 kommt das Boot und

 es wird uns über´s Wasser tragen,

 doch wann es so weit ist,

 kann uns keiner sagen.

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